° Giny °

 


 

 Giny, meine sanfte Wildkatze – unvergessen !!!
Geboren August 1991 – + 02.01.2002

kerze       giny       kerze

Nach langen Überlegungen hatte ich Ende Oktober 1990 beschlossen mir eine Katze (meine erste überhaupt) anzuschaffen. Nachdem ich jedoch nur eine Wohnung habe, wollte ich ein Katzenbaby welches die Freiheit noch nicht kannte.  

In meiner Vorstellung hatte ich mir einen schwarzen Kater mit weißen Schnurrhaaren gewunschen. Ich verfolgte die regionalen Kleinanzeigen bis irgendwann eine Kollegin kam und mir ein Inserat unter die Nase hielt. Katzenbabys zu verschenken …

Und so nahm dann alles seinen Lauf…. Es war 1 Woche vor Allerheiligen und ich wusste, dass ich an diesem Wochenende nicht da bin. Hab mich ans Telefon gesetzt, dort angerufen und nachgefragt ob denn zufällig bei diesem Wurf auch ein schwarzer Kater dabei sei. Die Frau am Telefon sagte ja und so beschloss ich kurzerhand schon mal hinzufahren um mir die Kätzchen anzukucken.

Dort angekommen stellte ich fest, dass es sich bei der angegebenen Adresse um so eine Art Schrebergartenkolonie handelt…

Am besagten Haus angekommen sagte mir dann die Frau, dass die Katzen gerade nicht da sind, da vorhin 2 Männer da waren und sie alle verschreckt abgehaun' sind. Ich soll doch in 1 Std. noch mal kommen dann sind sie bestimmt wieder da.

Gesagt, getan. Als ich 1 Std. später wieder dort war dachte ich meinen Augen nicht zu traun'. Es waren alles Wildkatzen die nur angefüttert wurden.

Wider allen meinen Vorsätzen, hab ich mich spontan entschieden den kleinen schwarzen Teufel gleich mitzunehmen.  

Die erste Nacht muss für ihn grauenhaft gewesen sein. Ich hatte ihn zum Eingewöhnen in der Küche einquartiert. Am nächsten Tag als ich die Tür geöffnet hatte, traf mich fast der Schlag. Es sah aus als wäre ein Wirbelsturm durch den 6 m2 kleinen Raum gefegt. Es war die totale Verwüstung. Eigentlich wollte ich ihn gleich einpacken und zurück bringen da ich der Meinung war, es macht keinen Sinn. Das wird nie was! Trotzdem – ich ließ mich überreden ihm noch ne Chance zu geben und erstmal noch zu behalten.  

Ich durfte ihn sogar schon etwas anfassen und er hatte sogar ganz leise dabei geschnurrt. Beim näheren begutachten stellte ich fest, dass er schrecklich viele Schuppen hatte und bei noch längerem hinsehn' stellte ich mit Entsetzen fest, dass diese Schuppen sich bewegen. Klasse !!! Sie hatte Läuse ohne Ende!!! 

Am nächsten Tag bin ich dann gleich in eine Zoohandlung und hab mir was gegen diese Untermieter geholt bevor sie sich noch in der Wohnung ausbreiten. 

Das Verhältnis zwischen meinem Kater und mir war relativ. Streicheln war ok, tragen eher weniger und einen passenden Namen hatte ich auch noch nicht gefunden. 

Dann stand der erste Tierarztbesuch an.  Einfach nur so, untersuchen und impfen …

Als ich meinem Tierarzt fragte wann ich ihn kastrieren lassen muss, schaute er erst mich und dann noch mal meinen Kater an und begann zu lachen.

Er meine, wenn dies ein Kater sein soll dann frisst er einen Besen mit samt der dranhängenden Putzfrau. Das ist eine 100%ige Katze !!! 

Just als ich das hörte sagte ich: Dann hab ich jetzt einen Namen! Sie heißt Giny!

Giny aus dem Grund, weil sie mich immer ansah wie die „Bezaubernde Jenny “ ich aber trotzdem unbedingt die italienische Schreibweise wollte J Wenn schon, denn schon. 

Es dauerte ca. 2 Monate bis bei meiner Giny der Knoten aufging und sie von jetzt auf gleich von der distanzierten Wildkatze zur Kampfschmuserin wurde. Ab dieser Sekunde ging nichts mehr ohne sie. Sie verfolgte mich auf Schritt und Tritt, wo ich war, war auch sie. Sie war wie mein Schatten – sogar noch schneller. Jetzt hatte ich genau so eine Katze wie ich sie mir immer erträumt hatte.  

Immer ich gefragt wurde wie sie denn so sei dann hab ich sie immer so beschrieben: Sie ist wie ein Kind aus der 3. Welt welches keine Kindheit hatte. In den Ernst des Lebens geboren und von klein auf, auf sich selbst gestellt. Sie konnte, als ich sie zu mir holte nicht mal spielen. Meine „Löwin Elsa“. Wild und in Freiheit geboren hat sich zu einer absoluten Traumkatze entwickelt. Sie war eine Seele von Katze wie es auf der ganzen Welt keine zweite mehr geben kann. Sie war so was von sanftmütig und unbeschreiblich lieb.  

Mit knapp 10 Jahren wurde meine geliebte Giny sehr krank. Nie zuvor hatte sie irgendetwas und dann wie sich nach langem Kampf herausstellte – unheilbar.

Unsere letzte gemeinsame Nacht werde ich nie vergessen – sie hat mir gesagt dass ich sie doch gehen lassen soll  … 

Leider durften wir nur 10 Jahre miteinander verbringen – eine viel zu kurze Zeit. 

In meinen Gedanken wird sie immer weiterleben!

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Als ich meine Giny am 02.01.2002 gehen lassen musste ist für mich eine Welt zusammengebrochen.

Schon damals hatte ich mir geschworen, mir niemals mehr weder einen Hund noch eine Katze anzuschaffen.
Der Schmerz über den Verlust des geliebten Tieren ist unerträglich und jedes Mal stirbt man selbst noch ein Stückchen mehr.

Damals hatte ich aber noch meine kleine Babe die mir mich etwas abgelenkt und mich über den Verlust hinweg getröstet hatte.

Als ich dann meine liebe Babe am 20.04.2006 gehen lassen musste war ich wie versteinert.

Ich sag Gespenster - dachte immer im Augenwinkel eine Katze laufen zu sehn, hörte immer noch die vertrauten Geräusche die es gar nicht mehr gab.
Mein Leben hatte von jetzt auf gleich jeglichen Sinn verloren, ich hatte keine Perspektiven mehr und Selbstvorwürfe quälten mich.
Ständig hatte ich das Bild vor Augen als Babe ihre letzte Spritze bekam, wie sie dagegen angekämpft und sich gewehrt hatte einzuschlafen.
Ständig kamen und kommen noch immer die Zweifel hoch ob es wirklich richtig war sie erlösen zu lassen da sie geistig voll wach war ...
Ich versuch dann immer an die Diagnose zu denken und sag mir immer wieder,
dass es keine Chance mehr für sie gab um wieder gesund zu werden und sie es ja nicht verdient hat sich zu quälen.
Ihr Körper war am Ende.
Ich versuch meine Gefühle zu unterdrücken - im Sinn meiner Babe.
Mein Leben war plötzlich unerträglich, dunkel und leer.

Obgleich ich eigentlich immer sehr gern Zuhause war, war es jedes Mal ein Horror wenn ich die Türe aufgesperrt hatte und die Wohnung tot und leer war.
Meine Mutter und Freunde sagten immer wieder ich soll doch raus gehn und was unternehmen. Aber ich konnte nicht.
Von 38 Jahren die ich zum heutigen Tag alt bin, hatte ich 36 Jahre immer Tiere um mich herum und jetzt ....
Das einzige Tier was ich noch habe ist die letzte von Babes Wüstenrennmäusen und die ist auch schon 4 Jahre alt.

Ich versuchte mich abzulenken indem ich in verschiedenen Katzenforen unterwegs war, still mitlass und ab und zu mal was schrieb.
Für mich war immer noch klar - nie mehr eine Katze!

Irgendwann auf meiner Reise durchs Internet bin ich dann auf das Testament einer Katze gestoßen.
Eigentlich wollte ich es nicht lesen, wollte aber trotzdem wissen was da steht.
Also hab ich mit Tränen in den Augen und einem dicken Kloß im Hals angefangen zu lesen:

 

Das Testament einer Katze

Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben, denen zu hinterlassen, die sie lieben.

Ich würde auch solch´ ein Testament machen, wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf, mein kuscheliges Bett, mein weiches Kissen, mein Spielzeug
und den so geliebten Schoß, die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme, den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im liebendem Arm.

Wenn ich einmal sterbe, dann sag' bitte nicht:

"Nie wieder werde ich ein Tier haben, der Verlust tut viel zu weh!"
Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus und gib' ihr meinen Platz.
Das ist mein Erbe.

Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles, was ich geben kann!

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Diese Zeilen gingen mir einfach nicht mehr aus dem Kopf und nach ein paar Tagen hab ich dann beschlossen ins Tierheim
zu fahren und mir wieder eine oder 2 Katzen zu holen.....

Im Tierheim war ich jedoch nicht - ich hoffe aber trotzdem einer kleinen geschundenen Katzenseele
ein schönes, sicheres und vor allem endlich sorgloses Leben geben zu können.

Und deshalb holte ich die kleine Bonnie zu mir...