° Babe °

 


 

Babe, mein kleiner Teufel – immer in Erinnerung     

Geboren: Mai 1992 –  + 20.04.2006

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Nachdem in meinem Leben eine ziemliche Wende stattfand und mir meine Giny sehr leid tat weil sie viel alleine Zuhause war, hab ich beschlossen ihr einen Spielgefährten zu besorgen. 

So kam es, dass ich mal wieder die Kleinanzeigen durchforstete.

Es sollte eine Kätzin werden da sich aufgrund meiner Recherchen angeblich zwei Katzen am besten vertragen. Da ja Giny ursprünglich als Kater zu mir kam, wollte ich diesmal ganz sicher sein. Ich las, dass jemand eine „Glückskatze“ abzugeben hatte und rief dort an und machte gleich noch einen Termin aus.  

Das Bild welches mich dort antraf werd ich wohl auch nie vergessen.

Das Haus lag an einem Hang wo sich ein ziemlich langer Weg herunter zum Gartenzaun zog. Entgegen kam mir ein Mann der ein kleines Schildpatt-Kätzchen im Arm hielt – alle 4 Beinchen in die Luft gestreckt. Das einzige was ich dann noch sagte ist, … das ist doch gar keine Glückskatze sondern eine Schildpatt – aber ich will sie trotzdem haben. Hab dem Mann seine DM 30,- Schutzgebühr in die Hand gedrückt, das kleine Katzenwesen geschnappt und weg war ich.  

Als ich dann Zuhause die Hand voll Katze auf den Boden setzte wurde meine sanfte und liebe Giny plötzlich zum gift- und gallespuckenden Monstrum. Ich glaube es gab kein einziges Haar am ganzen Körper welches nicht kerzengerade in die Luft stand und sie dadurch 3x so groß wirkten lies. Die Kleine hat sich jedoch in keinster Weise davon beeindrucken lassen, hat sich ganz normal verhalten und in der Wohnung bewegt.

Am nächsten Tag hatte sich dann die ganz große Aufregung schon weitestgehend gelegt. Ich spielte mit einer Katzenangel mit den beiden die im Abstand von ca. 2m auseinander gesessen haben. Lediglich wenn sich ihre Blicke trafen fing meine Giny wieder an zu knurren und fauchen.  

Dann ging alles sehr schnell. Giny hatte krampfhaft versucht sie zu ignorieren und die Kleine gab's nicht auf sie zum spielen aufzufordern.   

Nach ca. 1 Woche jagten sie dann bereits gemeinsam durch die Wohnung. Meistens die Kleine der Giny hinterher. Es war dann auch schnell klar wer von beiden der Chef bzw. die Chefin war obgleich unser Baby Babe ca. ½ - ¾ Jahr jünger war als Giny.  

Babe entpuppte sich im Laufe der Zeit zu einer sehr schwer in die Schranken zu weisenden Persönlichkeit und machte nichts als Unfug. Ich war es von Giny nicht gewohnt irgendwas in Sicherheit bringen zu müssen wobei letztendlichs dann auch beide relativ schnell gemeinsame Sache machten.   

Das putzige war, dass Giny immer wusste wenn sie oder Babe etwas getan hatte was nicht in Ordnung war und demzufolge hatte sie auch immer ein richtig schlechtes Gewissen. Wenn ich nach Hause kam und Ginys Nase nicht gleich aus der Tür rausschaute, nach geöffneter Wohnungstür sie auch nicht zu sehn war dann brauchte ich mich nur auf die Suche nach dem Übel zu machen und ich wurde IMMER!!!! fündig.  

Es dauerte ca. 5 – 7 Jahre bis Babe sich irgendwann mit abgefunden hatte sich einigermaßen „anzupassen“ und weniger anstellte, wobei ich bei ihr trotzdem nie vor irgendwelchen Überraschungen sicher war.

Mit ca. 5 Jahren wurde Babe dann sehr schwer krank. Sie bekam innerhalb von 2 Wochen ein hühnereigroßes Fibrosarkom (Krebs - hochgradig, bösartig). Ich ließ sie sofort operieren. Kaum war die erste OP-Wunde einigermaßen verheilt merkte ich wieder einen kleinen Knubbel. Der TA meinte, wenn ich ihm sage, dass es gewachsen sei dann liegt sie gleich morgen wieder im OP - so war es dann auch.  

Die Angst es könnte wieder etwas kommen saß mir jahrelang im Nacken und erst als der TA sagte, dass wenn es bis jetzt gut war dann– zumindest von diesem Tumor nichts Neues mehr nachkäme – erst dann konnte ich aufatmen. 

Knapp vor ihrem 13. Geburtstag hab ich dann bemerkt, dass sie seitlich wieder eine kirschgroße Beule hatte und bin mit böser Vorahnung zum TA. Es war wieder ein Fibrosarkom. Sie wurde wieder operiert und wie es aussah hatten wir es auch diesmal rechtzeitig und gut erwischt.  

Kurz vor ihrem 14. Geburtstag musste ich sie dann jedoch über den Regenbogen gehen lassen - sie war unheilbar krank war. Es war alles so schrecklich da ihr Geist hellwach war,  ihr Körper jedoch nicht mehr konnte. 

Den einzigen Trost den ich hatte war, dass die meisten Katzen mit diesen Fibrosarkomen kein Glück haben und relativ kurze Zeit danach immer wieder welche bekommen bis sie letztendlichs erlöst werden müssen. Meine Babe dagegen durfte noch mind. 7 Jahre weiterleben und ich hab alles getan um ihr die Zeit so schön wie möglich zu gestalten.  

Sie hab ich immer so beschrieben: Geboren als kleiner „Wohlstandsfratz“ der alles hatte was das Herz begehrt und das im Überfluss. Ein Leben in Saus und Braus.

Sie jedoch hatte sich zu einen kleinen aber trotzdem lieben Teufelchen entwickelt und mich oft am Rande der Verzweiflung gebracht. Eine Schmusekatze die auf dem Schoss sitzt war sie nie und trotzdem hat sie es genossen gestreichelt und geliebt zu werden.  

Beide meine Tiger waren als Babys grundverschieden im Vergleich zu dem wie sie sich entwickelt hatten. Die Wildkatze wurde zum Kampfschmuser und das kleine verwöhnte Katzenbaby zu einer recht energischen Persönlichkeit.  

Es war eine absolut schöne und gute Katzenkombination für mich denn wenn beide so verschmust gewesen wären wie meine Giny dann hätte ich wohl ein richtiges Problem gehabt beiden gleichmäßig gerecht zu werden …